Eigene Erfahrungen mit der Herstellung von Terra Preta

Sowohl online als auch in Buchform gibt es verschiedene Anleitungen, um Terra Preta selbst herzustellen.

Die Herstellung von Terra Preta mit Fäkalien lasse ich vorerst außen vor, da ich in einer kleinen Mietwohnung nicht die Möglichkeit habe, hier eine Komposttoilette hinzustellen.

In Kurzform geht es darum, Bioabfälle, gerne auch Garten- oder Grünschnittabfälle mit einer gewissen Menge aktivierter Pflanzenkohle zu bestreuen und das Ganze verrotten zu lassen, bis fruchtbare Schwarzerde daraus geworden ist. Aktivierte Pflanzenkohle wurde mit Urin, Wurmtee oder auch der Sickerflüssigkeit aus Bokashieimern besprengt. Anderenfalls bindet die Pflanzenkohle dank ihrer porösen Oberfläche die Nährstoffe aus dem Kompost, wodurch diese für die Pflanzen später nicht mehr zur Verfügung stehen.

Außerdem kann wohl auch Wurmkompost aus der Wurmkiste mit Pflanzenkohle behandelt werden und ergibt gleichfalls Terra Preta. Ob die Pflanzenkohle mit in die Kiste zu den Würmern darf, versuche ich noch herauszufinden, jedenfalls kann Wurmkompost mit Pflanzenkohle versetzt werden, wenn keine Würmer mehr drinnen sind.

Nun habe ich nicht die Möglichkeit, eine Wurmkiste zu haben, da es in meiner Wohnung im Sommer gerne mal über 30°C heiß wird. Auf dem Balkon selbst erst recht nicht, da es dort gefühlt fünfzig Grad im Sommer sind (Südbalkon). Die Würmchen mögen keine Temperaturen über 30°C.

Mein Ziel ist es, selbst Terra Preta herzustellen.

Letztes Jahr im November habe ich mir einen Kompostbehälter aus dem Baumarkt zugelegt, aus wabbeliger Plastik mit Luftlöchern an allen Seiten, unten ist er offen. Sein Fassungsvermögen beträgt 300L, größer dürfte er nicht sein für den Balkon. Er steht auf Holzleisten und als unterste Schicht habe ich Äste und Mulch genommen.

Darauf kommen seitdem meine Bioabfälle, außerdem ab und zu Urgesteinsmehl und Pflanzenkohle. Jetzt im Sommer muss ich ihn gießen, seitdem riecht er auch nicht mehr, aber die Fliegen finden ihn trotzdem toll.

Nun frage ich mich aber, ob daraus wirklich Terra Preta werden kann. Der Kompost hat ja keinen Kontakt zum Boden, somit können auch keine Bodenlebewesen wie im Garten eindringen und daraus ordentlichen Humus machen. In der Literatur wird nur der Fall behandelt, dass das Substrat irgendwann mit dem richtigen Boden in Kontakt kommt und die Vererdung so stattfinden kann, aber über diese Möglichkeit verfüge ich als Stadtkind leider nicht.

Eine Anfrage bei meiner Wohnungsverwaltung zum Begärtnern der hausnahen Grünflächen wurde ablehnend beantwortet.

Eine Idee, die ich noch ausprobieren könnte, wäre die Nutzung von Bokashi-Eimern. In Bokashi-Eimern werden Abfälle fermentiert, wodurch sie schneller verrotten können und außerdem wertvollen Dünger bilden. Die halten auch höhere Umgebungstemperaturen aus. Die Behandlung mit Effektiven Mikroorganismen und Urgesteinsmehl kann parallel zur Gabe von Pflanzenkohle erfolgen. Vielleicht könnte ich in Zukunft meine Bioabfälle im Bokashieimer sammeln, fermentieren und dann auf meinem Kompost ausbringen und hoffen, dass das Material dann vererdet? Allerdings wird gewarnt, dass das schlecht riechen kann, meine Nachbarn werden wenig erfreut sein, wenn es aus meinem Kompost nach Bokashi-Abfall riecht.

Falls ihr ultimative Tipps habt, wie ich ohne eigenen Garten und ohne Möglichkeiten der Grünflächennutzung meine eigene Terra Preta herstellen kann, dann immer her damit!

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