Sojamilch selbst herstellen – Tetrapak sparen

Seitdem ich auf Kuhmilch verzichte, ist Sojamilch für mein Frühstück meine beste Freundin geworden. Hafermilch habe ich geduldig ausprobiert, aber sie schmeckt mir einfach nicht so gut. Nussmilch oder Dinkel habe ich in verschiedenen Ausführungen probiert, mochte ich ebenfalls nicht.

Da Sojamilch aber in der Regel im Tetrapak verkauft wird und es mit zwei Litern pro Woche zu viel Müll für mich ist, habe ich beschlossen, Sojamilch selbst herzustellen. Das ist etwas aufwändiger als Hafermilch, aber machbar.

Vorgehen:

über Nacht eingeweichte und gequollene Sojabohnen

Über Nacht (nicht länger als 12 Stunden) werden die Sojabohnen eingeweicht. Das Einweichwasser verwerfen. Danach lösen sich auch die Schalen von den Bohnen, wodurch der Geschmack verbessert wird. Oder ihr kauft gleich geschälte Sojabohnen im großen Gebinde, so wird Verpackungsmüll gespart.

Die Sojabohnen werden mit Wasser gemixt, ich nehme die Mixerfunktion meiner Küchenmaschine, aber auch ein Handmixer sollte dazu in der Lage sein, die Bohnen ordentlich zu mixen. Das dauert bei mir immer eine Weile, weil ich viele Bohnen habe und das Gefäß für den Mixer so klein ist.

Hier fällt der Schaum langsam wieder in sich zusammen

Danach werden die pürierten Bohnen in einen großen Topf gegeben, dazu die zwei- bis dreifache Menge Wasser und es wird losgekocht.

Vorsicht, das schäumt sehr stark! Unbedingt dabeibleiben und rühren, zumal es unten ansetzt.

Nach 15-20 Minuten (das Kochen macht die Sojamilch bekömmlicher und gesünder, soweit ich das verstanden habe) kann die dicke Suppe heiß oder nach dem Abkühlen gefiltert durch ein sauberes Baumwolltuch in eine saubere Flasche gegossen werden. Ich nehme dafür gebügelte Mulltücher, die ich durch die Kinder sowieso da habe.

Zur besseren Haltbarkeit empfehle ich, die heiße Flüssigkeit in heiß ausgekochte Flaschen zu füllen und rasch zu verschließen. Dadurch wird die Sojamilch eingeweckt und hält sich gut im Kühlschrank. Andererseits ist es unangenehm, mit der kochend heißen Masse im Filtertuch zu hantieren, weil es ausgedrückt werden muss.

Wenn ihr die dicke Milchmasse im Topf erst einmal auskühlen lassen wollt, kocht die Flaschen, die befüllt werden sollen, trotzdem ab und kühlt ordentlich, sonst stockt die Milch nach etwa einer Woche und wird dick.

die fertige Sojamilch beim Abkühlen. Ich verbrauche diese Menge in gut einer Woche.

Die weiße Masse, die im Tuch zurückbleibt, ordentlich ausdrücken, damit sie recht trocken wird. Diese weiße Masse heißt Okara und kann weiter verkocht oder gebraten werden werden, dazu einfach nach Okara Rezepten suchen.  Sie ist sehr sättigend und kalorienreich und ersetzt bei uns Bouletten oder auch Hackfleisch.

Die Sojamilch aus dem Topf ist recht dick, ich habe einen Liter aus 200g getrockneten Sojabohnen gewonnen, den ich auf mehr als zwei Liter strecken kann. Die Sojamilch bewahre ich im Kühlschrank auf und verbrauche sie rasch.

Problem:

Die Sojamilch schmeckt sehr nach Soja und nach Pflanze und ich finde sie nicht sonderlich lecker. Ich finde aber auch industriell hergestellte Sojamilch nicht sonderlich lecker, ich trinke sie, weil ich keine Kuhmilch trinken möchte.

Ein Weg, den Geschmack zu verbessern, ist, die über Nacht eingeweichten Bohnen zu schälen. Man muss die Bohnen dazu in reichlich Wasser kneten, dann lösen sich die Schalen. Von ungefähr zwanzig Bohnen. Die übrigen 2980 Bohnen sind von Hand abzupulen, das dauert Stunden. Mein Tipp: kauft geschälte Sojabohnen im großen Gebinde, da spart ihr viel Zeit und trotzdem noch Verpackung.

Vorteile:

Ich weiß genau, was in meiner Sojamilch drin ist und kann selbst bestimmen, woher ich die Sojabohnen beziehe. Außerdem kann ich den Geschmack selbst anpassen, den Trester (Okara) nutzen und spare die Schlepperei beim Einkauf und vermeide Verpackungsmüll. Mit geschälten Bohnen halte ich den Herstellungsaufwand für absolut vertretbar. Mit ungeschälten Bohnen müsste ich den deutlichen Sojapflanzengeschmack in Kauf nehmen. Das würde mich persönlich abschrecken.

Außerdem ist das unumgängliche Völlegefühl verschwunden, dass ich morgens nach dem Frühstück immer hatte und meine aknegeplagte Haut ist deutlich besser geworden.

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