Terra Preta – die schwarze Wundererde

Ich mach mir ja viele Gedanken, wie ich meinen persönlichen CO2-Eintrag in die Atmosphäre reduzieren kann. Noch schöner allerdings fände ich es, schon emittiertes CO2 aus der Atmosphäre wieder zu binden und so nach und nach den Treibhauseffekt zu senken. Tatsächlich gibt es eine einfache low-tech-Methode, um genau das zu tun. Und nebenbei wahnsinnig viele andere tolle Nebeneffekte zu kreieren. 🙂

Im Folgenden stelle ich dieses Material erstmalig vor, es werden noch andere Artikel folgen.

Mit Erde den Klimawandel aufhalten?

Stell dir einmal vor, jemand entwickelt ein Material, das in der Lage ist, die dreifache Menge CO2 des Eigengewichts zu binden und dadurch die Erderwärmung zu verringern. Außerdem kann es den Boden fruchtbar machen, so dass ausgelaugte Böden wieder bewirtschaftet werden können. Und dann kann dieses Material noch die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens erhöhen, so dass Starkregenereignisse nicht zu schlimmen Überschwemmungen führen, sondern der Boden das Nass aufnimmt und ins Grundwasser ableitet. Und jetzt stell dir vor, dieses Material gibt es schon. Es heißt Terra Preta, das ist portugiesisch für „schwarze Erde“ und ist in den 1960er Jahren erstmalig entdeckt und untersucht worden. Es ist eine von Menschenhand entwickelte Erde, die es fast überall in verschiedenen Varianten auf der Welt gibt. Bekannt wurde die Erde aus Untersuchungen im Regenwald im Amazonasgebiet. Die Erde dort ist bekanntlich wenig fruchtbar, da herabfallendes organisches Material sofort zersetzt wird. Aber Forscher haben vor Jahren dort fruchtbare Erde gefunden, die ganz eindeutig von Menschenhand gemacht wurde. Wie ging das?

Im Wesentlichen besteht sie aus Küchenabfällen, Fäkalien und Pflanzenkohle. Daraus wird Humus gewonnen, der sehr nährstoffreich ist. Durch die poröse Struktur der Pflanzenkohle wird bei der Verrottung CO2 gebunden, außerdem erhöht die Kohle die Wasserspeicherfähigkeit.

Im Folgenden verlinke ich verschiedene Artikel, die ausführlich die Eigenschaften, Herstellung und Anwendungsmöglichkeiten der Terra Preta dokumentieren.

Medien

online

Meinen ersten Kontakt mit Terra Preta hatte ich im vergangenen Jahr durch einen Artikel im Tagesspiegel. Das Thema hat mich seitdem nicht mehr losgelassen, ich habe viel recherchiert. Hier der Link zum Artikel, der einen sehr guten Einstieg in das Thema bietet:

https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/supererde-bindet-co2-ein-altes-verfahren-aus-dem-amazonas-elektrisiert-die-klimaschuetzer/25000952.html – Abruf: 31.07.2020

Bücher über Terra Preta und deren Herstellung im Garten

Scheub, Ute; Pieplow, Haiko; Schmidt, Hans-Peter: Terra Preta. Die schwarze Revolution aus dem Regenwald. Mit Klimagärtnern die Welt retten und gesunde Lebensmittel produzieren. 2014 München, oekom, 4. Auflage

Terytze, Konstantin; Wagner, Robert (Hrsg.): Handlungsanleitung. Verwertung von organischen Rststoffen zur Erzeugung fruchtbarer Pflanzenkohlesubstrate und deren Nutzung im Gartenbau.2016 Aachen, Shaker Verlag

Projekte

TerraBoGa

Wissenschaftlich untersucht wurde die Terra Preta von der Fachabteilung Geoökologie an der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem Botanischen Garten Berlin.

Im Folgenden wird das Projekt vorgestellt, es werden Ergebnisse präsentiert und Workshops angekündigt, die allerdings nicht mehr aktuell sind.

https://www.geo.fu-berlin.de/geog/fachrichtungen/physgeog/geooekologie/forschung/TerraBoGa/index.html – Abruf: 31.07.2020

Mehr Informationen gibt es gut zusammengefasst auf der Seite des Projekts vom Botanischen Garten: https://terraboga.de/ – Abruf: 31.07.2020

Carbo-TIP

Auch der Tierpark Berlin in Friedrichsfelde arbeitet mittlerweile mit Pflanzenkohle, und nutzt das Einsparpotential in Bezug auf Material und CO2. Das Projekt läuft noch, es werden noch Vorträge und Workshops folgen und ich hoffe, dass ich einmal Gelegenheit habe, an einem Workshop teilzunehmen.

https://carbotip.de/ – Abruf: 31.07.2020

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