Die Anfänge meiner Pilzfarm

Edelpilze selbst züchten? Das geht!

Ich habe im letzten Jahr Pilzbrut von drei verschiedenen Edelpilzen geschenkt bekommen. 🙂 Ich liebe Pilze, esse sie sehr gerne und will schon ganz lange selbst welche züchten, war aber davon abgeschreckt, dass man dafür Stroh oder irgendwelche Baumstämme beimpfen muss. Darunter konnte ich mir nichts vorstellen.

Aber dann las ich neulich:

Kaffeesatz als Pilzsubstrat

Das klang doch fantastisch. Ich selbst trinke keinen Kaffee, aber der Mann mahlt jeden Tag liebevoll von Hand Bohnen für eine Tasse Espresso. Also dachte ich, ich probiere es einfach einmal aus und habe mir die Pilzbrut plus Anzuchttopf schenken lassen.

Eine Schwierigkeit trat sofort auf. Ich hatte gelesen, dass der Kaffeesatz von Espresso für die Pilzzucht ungeeignet sei, da er noch zuviele pilzhemmende Enzyme enthält und somit auch die Edelpilze am Wachsen hindern würde.

Aber wenn ich den Kaffeesatz noch einmal mit kochendem Wasser aufbrühe, müsste dieses Problem doch verschwinden, oder? Das ist jedenfalls im Moment mein Plan. Ich zeige, wie ich das Vorhaben „Pilzzucht auf Kaffeesatz“ angehe und werde berichten, wie das Experiment ausgeht.

Vorgehen

Kaffeesatz sammeln

In der Espressokanne ist nach dem Aufbrühen immer so ein Kaffeesatzdrops. Der wird in eine Tüte im Tiefkühlfach gelagert. Es ist auch möglich, den Kaffeesatz beim Raumtemperatur oder im Kühlschrank zu lagern, aber nachdem mir die erste Sammlung bei Zimmertemperatur weggeschimmelt ist, wollte ich auf Nummer sicher gehen. Im Bild seht ihr die gefrorenen Kaffeedropse in einer Tasse.

gefrorene Kaffeedropse in einer sauberen Tasse. So vermeide ich Schimmel.

Kaffeesatz vorbereiten

Das betrifft diejenigen, die nur Espressokaffeesatz haben. Ich sammele aus der Tüte aus dem Tiefkühlfach die gefrorenen Dropse und Häufchen und überbrühe sie mit kochendem Wasser.

Mmmhm, nochmal aufgebrühter Kaffee. Lecker. 🙂

Danach gebe ich sie in einen Kaffeefilter, der seit Jahren unbenutzt bei uns rumsteht und nun endlich zu Ruhm und Ansehen gelangt. Wenn das Wasser durchgelaufen ist, löffel ich den Kaffeesatz mit einem sauberen Löffel in eine saubere Schüssel. Dort darf er abkühlen. Die Pilzbrut mag nämlich keine Hitze.

Das ist die Ausrüstung. Anzuchttopf, Tasse zum Kaffeesatzüberbrühen, Kaffeefilter, Pilzbruteimer und eine saubere Schüssel zum Vermischen. Die zwei sauberen Löffel fehlen im Bild.

Pilzbrut entnehmen

Ist der Kaffeesatz in der Schüssel abgekühlt (einfach lange genug warten und bloß nicht anfassen, damit er nicht kontaminiert wird), öffne ich den Deckel von dem Eimer mit der Pilzbrut. Mit einem neuen sauberen Löffel entnehme ich eine gewisse Menge Pilzbrut. Wenn ich fünf Löffel Kaffeesatz habe, entnehme ich einen Löffel Pilzbrut, also das Verhältnis ist 5:1 oder zwanzig Prozent des Kaffeesatzvolumens. Der Eimer wird wieder verschlossen.

Kaffeesatz und Pilzbrut vermischen

Danach wird die Pilzbrut auf den Kaffeesatz gegeben und vermischt. Das Substrat ist sehr fest und muss zerdrückt und zerhackt werden, damit es sich gut mit dem Kaffeesatz vermischt. Das Gemisch sollte feucht, aber nicht klitschnass sein und kommt dann in den Anzuchttopf. Das ist einfach ein Blumentopf, auf den ihr einen passenden Untersetzer legt. Wichtig ist nur, dass der Deckel ein Loch hat, damit die Feuchtigkeit zum Teil verdunsten kann. Wenn ich den Deckel hochnehme, sind da immer Tropfen dran und obwohl er auf dem Fensterbrett über der Heizung steht, ist das Substrat schön feucht.

Kaffeesatz, vermischt mit dem Substrat von der Pilzbrut.

Und immer so weiter

Nach drei Tagen hat sich, wenn alles richtig gelaufen ist, ein niedlicher weißer Flaum auf dem Substrat gebildet. Ihr wiederholt den oben beschriebenen Vorgang und gebt das neue Gemisch auf die flaumige Schicht, aber vermischt sie nicht. Die kommt einfach oben drauf. Nach drei Tagen ist sie wieder schön weiß und flauschig und erwartet die nächste Ladung. In diesem Modus bin ich jetzt, es wird noch eine Weile dauern, bis ich den Substrateimer geleert habe.

Und wann kann ich ernten?

Ja, das hat noch ein bisschen Zeit. Wenn der Substrattopf leer ist, muss der Anzuchttopf wohl kühl gestellt werden und dann fangen die Fruchtkörper an zu sprießen. Angeblich kann man drei oder vier Ernten aus einem Substrat einfahren, ich bin sehr gespannt. Und werde selbstverständlich berichten. Ich frage mich ja auch, wie ich die Pilzbrut verselbstständigen oder selbst vermehren kann. Habt ihr da Ideen? Ich bin noch nicht ganz fündig geworden und muss mich mal schlau machen, aus welchem Material dieses Pilzsubstrat überhaupt ist.

Und irgendwann die Pilzfarm auf dem Balkon

Das sind die Anfänge meiner Pilzzuchtkarriere. Ich glaube ja, dass ich mit einem kochendheißen Südbalkon eher schlechte Chancen habe, eine richtige Pilzfarm auf dem Balkon zu haben, aber vielleicht geht ja in der Wohnung was. Champignons jedenfalls sollen sehr gut auf dem Kompost wachsen. Damit werde ich mich mal näher befassen. 🙂

Was sind eure Lieblingspilze? Und könntet ihr euch vorstellen, selbst welche zu züchten? Ich freue mich auf eure Kommentare, lasst es mich wissen!

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